Nulltoleranz-Politik: Wo Drogen mit maximaler Härte bekämpft werden
Zwanzig der hier vorgestellten Länder setzen auf eine Nulltoleranz-Politik, bei der bereits der Eigenbesitz geringer Mengen zu drakonischen Strafen führt – von langjährigen Haftstrafen bis zur Todesstrafe. Diese Staaten betrachten Abschreckung als das primäre Instrument der Drogenpolitik.
Südostasien: Die härteste Region der Welt
Singapur, Indonesien, Malaysia und Vietnam vollstrecken die Todesstrafe für Drogenhandel. Die Philippinen wurden unter Präsident Duterte durch eine brutale „Anti-Drogen-Kampagne" bekannt, bei der laut Schätzungen über 12.000 Menschen außergerichtlich getötet wurden. Myanmar und Laos bestrafen Drogenhandel ebenfalls mit dem Tod.
Ostasien: Kulturelle Nulltoleranz
Japan verfolgt eine der weltweit unnachgiebigsten Drogenpolitiken: Auf Cannabis-Besitz stehen bis zu sieben Jahre Haft, gesellschaftliche Ächtung und Karriereende sind die Regel. Südkorea bestraft sogar den Konsum von Cannabis im Ausland, sofern es durch Haaranalyse nachweisbar ist – ein weltweit einmaliger extraterritorialer Ansatz. China kombiniert Todesstrafe, Zwangsrehabilitation und flächendeckende Drogenkontrollen.
Naher Osten und Nordafrika
Saudi-Arabien und der Iran verbinden Drogengesetzgebung mit religiösen Normen und vollstrecken die Todesstrafe regelmäßig. Katar und Ägypten verfolgen ebenfalls eine strikte Nulltoleranz, wobei Ägypten insbesondere Touristen nicht verschont.
Überraschende Hardliner
Schweden verfolgt als einziges nordisches Land eine konsequente Nulltoleranz: Selbst der Eigenkonsum ist strafbar, und der nationale Drogenbeauftragte verteidigt diesen Kurs trotz einer der höchsten Drogentoten-Raten in der EU. Ungarn hat die härtesten Drogengesetze innerhalb der EU. Russland sieht bis zu 15 Jahre Haft für den Besitz größerer Mengen vor. Die Türkei bestraft Cannabis-Besitz mit ein bis fünf Jahren Gefängnis. Kuba hat eine deklarierte Nulltoleranz-Politik mit niedrigen Konsumraten.
Die Befürworter der Nulltoleranz-Politik argumentieren mit Abschreckung und gesellschaftlichem Schutz. Kritiker verweisen auf die wissenschaftliche Evidenz, die zeigt, dass Härte allein weder den Konsum senkt noch die öffentliche Gesundheit verbessert – und in vielen Fällen die Probleme durch Kriminalisierung und Marginalisierung verschärft.