Cannabis Social Clubs und Coffeeshops: Modelle der regulierten Abgabe
Cannabis Social Clubs (CSCs) und Coffeeshops sind zwei unterschiedliche Modelle der kontrollierten Cannabis-Abgabe. Während Coffeeshops kommerzielle Verkaufsstellen sind, funktionieren Cannabis Social Clubs als nicht-gewinnorientierte Vereine, die Cannabis ausschließlich für ihre Mitglieder anbauen und abgeben.
Die Niederlande: Das Coffeeshop-Modell
Die Niederlande sind weltweit bekannt für ihre Coffeeshop-Kultur. Seit den 1970er-Jahren dürfen lizenzierte Coffeeshops bis zu fünf Gramm Cannabis pro Person verkaufen. Das Paradox: Der Verkauf an der „Vordertür" wird toleriert, während der Anbau und die Belieferung über die „Hintertür" illegal bleiben. Ein landesweites Pilotprojekt zur regulierten Lieferkette soll dieses Problem lösen.
Spanien: Cannabis Social Clubs als Bürgerinitiative
In Spanien existieren hunderte Cannabis Social Clubs, insbesondere in Barcelona und Katalonien. Die Clubs bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone: Der private Konsum ist nicht strafbar, und die Clubs organisieren den gemeinschaftlichen Anbau für Mitglieder. Touristen können grundsätzlich Mitglied werden, wobei die Regelungen regional variieren.
Deutschland: Das neue CSC-Modell
Deutschlands Cannabisgesetz von 2024 sieht Cannabis Social Clubs als zentrales Abgabemodell vor. Die Clubs dürfen maximal 500 Mitglieder haben, Cannabis nicht-gewinnorientiert anbauen und bis zu 25 Gramm pro Monat an Mitglieder abgeben. Werbung ist verboten, der Konsum auf dem Vereinsgelände nicht gestattet.
Weitere Modelle in Europa und Südamerika
Belgien toleriert den Eigenbesitz kleiner Mengen, und einzelne CSCs operieren im Rahmen dieser Toleranzpolitik. Luxemburg erlaubt den Eigenanbau und plant eine Erweiterung. Die Schweiz hat regulierte Pilotprojekte in Zürich, Basel und weiteren Städten gestartet. Tschechien hat mit der Legalisierung 2026 den Rahmen für Anbauvereinigungen geschaffen.
Uruguay war 2013 das erste Land, das Cannabis-Clubs als einen von drei legalen Bezugswegen etablierte – neben Apotheken und Eigenanbau. Die Clubs dürfen bis zu 45 Mitglieder haben und gemeinsam bis zu 99 Pflanzen anbauen.
Die verschiedenen Modelle zeigen: Es gibt nicht den einen richtigen Weg der regulierten Abgabe. Entscheidend sind klare Regeln für Jugendschutz, Qualitätskontrolle und die Verdrängung des Schwarzmarkts.