Wo Cannabis für den Freizeitkonsum legal ist
Die Legalisierung von Cannabis zum Freizeitgebrauch ist eine der dynamischsten Entwicklungen in der globalen Drogenpolitik. Während die Mehrheit der Staaten Cannabis weiterhin verbietet, haben zwölf der hier vorgestellten Länder den Besitz, Anbau oder Verkauf für den privaten Gebrauch in unterschiedlichem Umfang legalisiert oder toleriert.
Vollständige Legalisierung: Die Vorreiter
Uruguay war 2013 weltweit das erste Land, das Cannabis komplett legalisierte – Produktion, Verkauf und Konsum sind staatlich reguliert. Kanada folgte 2018 mit dem Cannabis Act auf Bundesebene: Erwachsene dürfen bis zu 30 Gramm besitzen und vier Pflanzen pro Haushalt anbauen. Der Verkauf erfolgt über lizenzierte Geschäfte.
Europa: Die neue Welle
Deutschland hat 2024 mit dem Cannabisgesetz (CanG) den Besitz von 25 Gramm und den Anbau von drei Pflanzen für Erwachsene legalisiert. Tschechien hat 2026 ebenfalls den privaten Anbau und Besitz kleiner Mengen freigegeben. Die Niederlande tolerieren den Verkauf in Coffeeshops seit Jahrzehnten. Luxemburg erlaubt seit 2021 den Eigenanbau von bis zu vier Pflanzen.
Amerika: Fleckendecke der Legalisierung
In den USA haben über 24 Bundesstaaten den Freizeitkonsum legalisiert, während Cannabis auf Bundesebene verboten bleibt. Mexikos Oberster Gerichtshof hat das Cannabis-Verbot für verfassungswidrig erklärt. Jamaika hat den Besitz kleiner Mengen entkriminalisiert und religiöse Ausnahmen geschaffen.
Sonderfälle in Asien und Afrika
Thailand strich Cannabis 2022 von der Betäubungsmittelliste – ein einmaliger Vorgang in Südostasien. Georgien legalisierte den Konsum 2018 per Verfassungsgerichtsurteil. Südafrikas Verfassungsgericht erklärte den privaten Anbau und Konsum 2018 für legal.
Die Erfahrungen der Vorreiterländer zeigen: Legalisierung senkt den Schwarzmarkt, generiert Steuereinnahmen und entlastet die Justiz – erfordert aber eine durchdachte Regulierung, um Jugendschutz und Verkehrssicherheit zu gewährleisten.