Asiens Drogenpolitik im Überblick
Asien ist der Kontinent der Extreme in der Drogenpolitik. Nirgendwo sonst auf der Welt stehen derart drakonische Strafen neben ersten vorsichtigen Liberalisierungsschritten. Die Region umfasst einige der härtesten Drogengesetzgebungen weltweit, wobei mehrere Staaten die Todesstrafe für Drogenhandel vorsehen.
Todesstrafe und Nulltoleranz
Singapur vollstreckt die Todesstrafe bei Überschreitung bestimmter Schwellenwerte zwingend. Indonesien, Malaysia und der Iran gehören ebenfalls zu den Staaten, die Drogenhandel mit dem Tod bestrafen. Japan und Südkorea setzen auf kulturelle Nulltoleranz und gesellschaftliche Stigmatisierung.
Reformen und Widersprüche
Thailand hat 2022 einen spektakulären Kurswechsel vollzogen und Cannabis von der Betäubungsmittelliste gestrichen. Nepal diskutiert die Re-Legalisierung von Cannabis, das historisch Teil der Kultur war. Kambodscha zeigt, dass strenge Gesetze auf dem Papier und laxe Durchsetzung in der Praxis koexistieren können.
Der Nahe Osten, vertreten durch Saudi-Arabien, Katar und den Iran, verbindet Drogengesetzgebung mit religiösen Normen. Israel nimmt als Pionier bei medizinischem Cannabis eine Sonderrolle ein. Libanon hat als erster arabischer Staat den Cannabis-Anbau für medizinische Zwecke legalisiert.