Nordamerikas Drogenpolitik im Überblick
Nordamerika ist ein Kontinent der drogenpolitischen Widersprüche. Hier kollidieren vollständige Legalisierung mit föderalen Verboten, progressive Gerichtsentscheidungen mit Kartellgewalt und kulturelle Akzeptanz mit gesellschaftlicher Ächtung.
Kanada – das Legalisierungs-Experiment
Kanada hat 2018 als zweites Land weltweit (nach Uruguay) Cannabis für den Freizeitkonsum vollständig legalisiert. Der Cannabis Act reguliert Anbau, Verkauf und Konsum auf Bundesebene. Die Erfahrungen der ersten Jahre zeigen sinkende Schwarzmarktanteile, aber auch Herausforderungen bei der Regulierung von Edibles und der Prävention bei Jugendlichen.
USA – föderales Chaos
Die USA bieten das fragmentierteste Bild: Während Cannabis auf Bundesebene illegal bleibt, haben über 20 Bundesstaaten den Freizeitkonsum legalisiert. Kalifornien, Colorado und Oregon sind Vorreiter. Gleichzeitig kämpfen die USA mit einer verheerenden Opioid-Krise, die jährlich zehntausende Todesopfer fordert.
Mexiko und die Karibik
Mexikos Oberster Gerichtshof hat das Cannabis-Verbot für verfassungswidrig erklärt, doch die legislative Umsetzung verzögert sich. Die Gewalt der Drogenkartelle bleibt das dominierende Problem. Jamaika hat 2015 den Besitz kleiner Mengen Ganja entkriminalisiert und Ausnahmen für Rastafari geschaffen. Costa Rica verfolgt einen pragmatischen Ansatz als Transitland mit moderaten Eigenbesitz-Regelungen.