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Peru

Drogenpolitik & Gesetzeslage – Länderprofil

Von Drogentest-online.de

Drogenpolitik in Peru — Zwischen Koka-Tradition und internationaler Drogenbekaempfung

Peru ist weltweit einer der groessten Produzenten von Kokain und blickt gleichzeitig auf eine jahrtausendealte Tradition des Koka-Blaetterkauens zurueck. Diese Dualitaet praegt die Drogenpolitik des Landes in besonderem Masse. Wer die internationale Drogenpolitik verstehen will, kommt an Peru nicht vorbei.

Rechtlicher Rahmen — Das peruanische Drogengesetz

Die Drogengesetzgebung Perus stuetzt sich auf das Strafgesetzbuch (Codigo Penal) sowie auf das Gesetz zur Drogenbekaempfung (Decreto Legislativo 22095 und nachfolgende Aenderungen). Eine Besonderheit des peruanischen Rechts ist die Entkriminalisierung des Besitzes geringer Mengen fuer den Eigenverbrauch. Gemaess Artikel 299 des Strafgesetzbuches sind folgende Mengen fuer den persoenlichen Konsum straffrei: bis zu 5 Gramm Pasta Base de Cocaina, bis zu 2 Gramm Kokainhydrochlorid, bis zu 8 Gramm Marihuana und bis zu 2 Gramm Methamphetamin-Derivate.

Diese Regelung aehnelt dem Ansatz in Kolumbien, wo ebenfalls geringe Mengen fuer den Eigenverbrauch entkriminalisiert sind. Wichtig zu verstehen ist jedoch, dass Entkriminalisierung nicht Legalisierung bedeutet — der Besitz bleibt grundsaetzlich verboten, wird aber bei geringen Mengen nicht strafrechtlich verfolgt. Umfassende Informationen zu Drogen und deren rechtlicher Einordnung bieten wir in unserem Ratgeberbereich.

Strafen fuer Drogenhandel und -produktion

Waehrend der Eigenverbrauch unter bestimmten Bedingungen straffrei bleibt, werden Drogenhandel und -produktion mit aller Haerte verfolgt. Fuer den Handel mit Drogen sieht das peruanische Strafrecht Freiheitsstrafen von acht bis fuenfzehn Jahren vor. Bei erschwerenden Umstaenden — etwa wenn Minderjaehrige involviert sind, der Handel in der Naehe von Schulen stattfindet oder grosse Mengen im Spiel sind — erhoehen sich die Strafen auf fuenfzehn bis fuenfundzwanzig Jahre.

Die Produktion von Kokain wird mit aehnlich hohen Strafen geahndet. Peru hat in den letzten Jahren seine Anstrengungen zur Vernichtung illegaler Koka-Plantagen erheblich intensiviert, wobei dies immer wieder zu Konflikten mit den Koka-Bauern fuehrt, die den legalen Anbau fuer traditionelle Zwecke verteidigen. Wer befuerchtet, mit Substanzen in Kontakt gekommen zu sein, kann ueber einen Drogentest Klarheit erhalten.

Koka-Blatt — Zwischen Tradition und Droge

Das Kauen von Koka-Blaettern ist in Peru seit Jahrtausenden Teil der indigenen Kultur und bleibt vollkommen legal. In der peruanischen Verfassung ist der traditionelle Gebrauch des Koka-Blattes ausdruecklich geschuetzt. Koka-Tee (Mate de Coca) wird landesweit angeboten und gilt als bewaehrtes Mittel gegen die Hoehenkrankheit. Diese kulturelle Verankerung macht die Drogenbekaempfung in Peru besonders komplex, da die Grenze zwischen legalem Koka-Anbau fuer traditionelle Zwecke und illegalem Anbau fuer die Kokainproduktion fliessend ist.

Die staatliche Behoerde ENACO (Empresa Nacional de la Coca) hat das Monopol fuer den legalen Aufkauf und Handel von Koka-Blaettern. Allerdings gelangt nur ein Bruchteil der peruanischen Koka-Ernte in legale Kanaele — der Grossteil wird zur Kokainherstellung verwendet.

Pasta Base — die vergessene Droge der Armen

Waehrend Kokainhydrochlorid als Exportprodukt internationale Aufmerksamkeit erhaelt, ist Pasta Base de Cocaina (PBC) das weitaus groessere Gesundheitsproblem innerhalb Perus. Diese unraffinierte Vorstufe des Kokains wird aus den ersten Extraktionsschritten der Koka-Verarbeitung gewonnen und zu einem Bruchteil des Kokainpreises verkauft. In den aermeren Vierteln von Lima, Trujillo und Arequipa rauchen insbesondere junge Maenner Pasta Base in selbstgedrehten Zigaretten — ein Konsum, der zu schweren koerperlichen und psychischen Schaeden fuehrt. Die Substanz ist hochgradig suchterzeugend und verursacht innerhalb kurzer Zeit einen dramatischen koerperlichen Verfall. Ein Drogentest kann Kokain-Metaboliten zuverlaessig nachweisen, wobei die Nachweiszeiten im Urin je nach Konsumhaeufigkeit zwischen zwei und zehn Tagen liegen.

Das Hauptanbaugebiet fuer Koka liegt im VRAEM (Valle de los Rios Apurimac, Ene y Mantaro), einer abgelegenen Region in den suedoestlichen Anden. Trotz jahrzehntelanger Bemuehungen zur Eradikation und alternativen Entwicklung bleibt der Koka-Anbau fuer viele Bauern die einzig rentable Einnahmequelle. Die peruanische Regierung foerdert zwar den Anbau von Kakao, Kaffee und Palmoel als Alternativen, doch die Erloese dieser Produkte koennen mit den Gewinnen aus dem Koka-Anbau selten konkurrieren. Internationale Hilfsorganisationen und die Suchtberatung arbeiten parallel daran, sowohl den Betroffenen des Pasta-Base-Konsums als auch den Koka-Bauern Perspektiven jenseits der Drogenoekonomie aufzuzeigen.

Cannabis und medizinisches Marihuana

Im Jahr 2017 legalisierte Peru den medizinischen Gebrauch von Cannabis. Das Gesetz Nr. 30681 erlaubt die Produktion, den Import und die Vermarktung von Cannabis und seinen Derivaten zu medizinischen und therapeutischen Zwecken. Patienten benoetigen ein aerztliches Rezept und eine Registrierung bei der Gesundheitsbehoerde. Der Freizeit-Konsum bleibt hingegen illegal, auch wenn der Besitz kleiner Mengen entkriminalisiert ist.

Die Umsetzung des Gesetzes verlief zunaechst schleppend, doch seit 2021 wurden erste Lizenzen fuer den Anbau und die Verarbeitung vergeben. Fuer Reisende ist es wichtig zu wissen, dass der Konsum von Cannabis im Strassenverkehr streng verboten ist — vergleichbar mit den Regelungen zu Cannabis am Steuer in Deutschland. Ein Urintest kann im Verdachtsfall angeordnet werden.

Reisehinweise und praktische Informationen

Deutsche Reisende sollten trotz der vergleichsweise liberalen Regelungen zum Eigenverbrauch aeusserste Vorsicht walten lassen. Die Beweislast liegt im Zweifelsfall beim Beschuldigten, und korrupte Polizeibeamte nutzen die Drogensituation gelegentlich aus, um Touristen unter Druck zu setzen. Das Auswaertige Amt empfiehlt, sich von jeglichen Drogenaktivitaeten fernzuhalten.

Besondere Vorsicht ist beim sogenannten Ayahuasca-Tourismus geboten. Obwohl der Konsum des halluzinogenen Pflanzensudes im Rahmen schamanischer Zeremonien in Peru legal ist, kam es in der Vergangenheit zu Todesfaellen und schweren gesundheitlichen Komplikationen. Wer Informationen ueber die Nachweiszeiten verschiedener Substanzen sucht, wird in unserem Ratgeber fuendig. Bei Suchtproblemen empfehlen wir die professionelle Suchtberatung.

Perus Drogenpolitik im regionalen Vergleich

Im Vergleich zu anderen suedamerikanischen Laendern nimmt Peru eine mittlere Position ein. Waehrend Brasilien den Eigenverbrauch ebenfalls entkriminalisiert hat und Uruguay Cannabis vollstaendig legalisiert hat, bleibt Peru bei einem pragmatischen Ansatz, der die kulturelle Bedeutung des Koka-Blattes anerkennt, gleichzeitig aber den Drogenhandel konsequent bekaempft. Die internationale Zusammenarbeit, insbesondere mit den USA, spielt dabei eine zentrale Rolle. Peru erhaelt jaehrlich erhebliche finanzielle Mittel fuer die Drogenbekaempfung, was die nationale Drogenpolitik massgeblich beeinflusst. Der kuenftige Kurs wird wesentlich davon abhaengen, ob es gelingt, den Koka-Bauern wirtschaftliche Alternativen zu bieten und gleichzeitig den illegalen Drogenhandel einzudaemmen.

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