Substanz
Opiate / Morphin – Drogentests
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Welche Substanzen erfasst der Test?
Opiat-Schnelltests reagieren auf Morphin und morphinähnliche Wirkstoffe. Erfasst werden u. a. Heroin (über den schnellen Abbau zu 6-Monoacetylmorphin und Morphin), Codein und Dihydrocodein – sowie, mit eingeschränkter Empfindlichkeit, auch synthetische Opioide wie Oxycodon und Hydrocodon. Der typische Cutoff liegt bei 300 ng/ml und folgt damit den international anerkannten Standards. Wer einen sehr breiten Nachweis benötigt, greift zu einem 10-Parameter-Multitest, der zusätzlich Methadon separat ausweist.
Nachweisdauer
Im Urin sind Opiate in der Regel 2–4 Tage nachweisbar, bei chronischem Konsum auch länger. Heroin selbst ist nur kurz erfassbar (wenige Stunden), wird aber sehr schnell zu Morphin abgebaut und ist dadurch indirekt für mehrere Tage messbar. Speicheltests reagieren auf den jüngsten Konsum (1–2 Tage), während Haaranalysen Konsummuster über Monate abbilden. Eine vollständige Übersicht aller Substanzen finden Sie im Beitrag Nachweiszeiten von Drogen.
Wichtig: Mohnsamen und Medikamente
Mohnsamen – etwa in Mohnbrötchen oder Mohnkuchen – können in größeren Mengen einen falsch-positiven Opiat-Test auslösen, weil sie geringe Mengen Morphin und Codein enthalten. Auch codeinhaltige Medikamente (z. B. einige Hustenmittel) führen zu positiven Ergebnissen, ohne dass ein Drogenkonsum vorliegt. Bei einem auffälligen Heimtest ist daher immer eine ärztliche Bestätigung im Labor sinnvoll – nur dort lassen sich die einzelnen Wirkstoffe sicher voneinander trennen. Mehr zu Fehlerquellen unter Gründe für ein falsches Test-Ergebnis.
Anwendung des Tests
Nutzen Sie eine frische Urinprobe (idealerweise Morgenurin). Tauchen Sie den Teststreifen oder die Kassette bis zur Markierungslinie ein, legen Sie das Material auf eine ebene Fläche und lesen Sie das Ergebnis im im Beipackzettel angegebenen Zeitfenster (5–10 Minuten) ab. Eine sichtbare T-Linie bedeutet negativ, eine fehlende T-Linie ein positives Ergebnis. Spätauswertungen nach Ablauf des Zeitfensters sind nicht zulässig.
Hilfsangebote und Substitution
Opiatabhängigkeit ist gut behandelbar. Erste Anlaufstellen bieten Suchtberatungsstellen – kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch anonym. Substitutionsprogramme mit Methadon oder Buprenorphin gehören zu den bewährten Bausteinen der Therapie und ermöglichen vielen Betroffenen ein stabilisiertes Alltagsleben. Für die MPU nach Konsum harter Drogen ist ein offizieller Abstinenznachweis vorgeschrieben – Hintergründe und Ablauf finden Sie im MPU-Ratgeber. Heimtests aus dieser Kategorie eignen sich gut, um sich auf eine Laborprobe vorzubereiten und die eigene Abstinenz mit hoher Frequenz selbst zu prüfen.