Drug-Checking in Rostock: anonym und kostenlos Substanzen testen lassen
Wer psychoaktive Substanzen konsumiert, geht immer ein Risiko ein – denn was tatsächlich in Pulver, Pille oder Kristall steckt, lässt sich mit bloßem Auge nicht erkennen. In Rostock gibt es dafür ein wichtiges Safer-Use-Angebot: das stationäre Drug-Checking der Universitätsmedizin Rostock. Substanzen werden hier anonym und kostenlos im Labor analysiert – ein konkreter Beitrag zur Schadensminderung und zu mehr Sicherheit im Nachtleben Mecklenburg-Vorpommerns. Gerade bei Partydrogen schwanken Reinheit und Wirkstoffgehalt teils erheblich, was das Konsumrisiko schwer kalkulierbar macht.
Was ist stationäres Drug-Checking?
Beim Drug-Checking lassen Konsumierende ihre Substanzen chemisch untersuchen und erfahren so, was wirklich enthalten ist: unerwartete Streckmittel, gefährliche Beimengungen oder eine ungewöhnlich hohe Dosierung. Diese Information kann im Ernstfall vor Überdosierungen und Vergiftungen schützen. Getragen wird das Rostocker Angebot von der Universitätsmedizin Rostock gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Rostock und den Universitätslaboren. Damit reiht sich Rostock in eine wachsende Zahl deutscher Städte ein, die Drug-Checking als anerkanntes Instrument der Drogen- und Suchthilfe etablieren.
Drug-Checking in Rostock: Termin, Ort und Kontakt
Adresse: Paulstraße 22, 18055 Rostock
Termin: jeden Dienstag von 16:00 bis 18:00 Uhr
Telefon: 0381 494 7176 (nur dienstags 16–18 Uhr)
Kosten: anonym und kostenlos
Die Probenabgabe ist ausschließlich zu diesen Zeiten direkt vor Ort möglich – eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Welche Substanzen werden angenommen?
Untersucht werden ausschließlich feste Substanzen. Pflanzliche Stoffe, LSD-Trips, Flüssigkeiten und Gase können nicht analysiert werden.
| Angenommen | Nicht angenommen |
|---|---|
| Pulver (z. B. Kokain, Amphetamin) | Pflanzliche Stoffe |
| Tabletten, Pillen, Kapseln (z. B. MDMA, 2C-B) | LSD-Trips |
| Kristalle (z. B. Ketamin, Methamphetamin) | Flüssigkeiten und Gase |
So läuft die Probenabgabe ab
- Von Pulvern und Kristallen genügt eine kleine Menge – etwa eine Spatelspitze.
- Tabletten, Pillen und Kapseln müssen vollständig abgegeben werden.
- Die Probe wird bei der Analyse verbraucht und nicht zurückgegeben.
Ergebnisse und Beratung
Die Auswertung steht nach wenigen Tagen bereit. Das Ergebnis lässt sich online mit Probencode und Passwort abrufen oder am folgenden Dienstag persönlich vor Ort besprechen. So bleibt Raum für eine fachliche Einordnung und für Fragen rund um den Konsum. Wird in einer Probe eine besonders gefährliche Zusammensetzung festgestellt, können die Verantwortlichen außerdem gezielt vor dieser Charge warnen. Als Ansprechpartner stehen unter anderem Dr. Anja Gummesson (0381 494 9931) und Dr. Gernot Rücker (0381 494 6487) zur Verfügung.
Warum Drug-Checking sinnvoll ist
Drug-Checking macht Konsum nicht risikofrei – den sichersten Schutz bietet weiterhin der vollständige Verzicht. Doch das Angebot hilft, gefährliche Chargen frühzeitig zu erkennen, vor besonders hoch dosierten oder verunreinigten Substanzen zu warnen und Konsumierende niedrigschwellig mit Beratungsangeboten in Kontakt zu bringen. Genau hier setzt der Safer-Use-Gedanke an: Wer weiß, was er konsumiert, kann informierte Entscheidungen treffen, die Dosis anpassen oder im Zweifel ganz darauf verzichten. Projekte wie das stationäre Drug-Checking in Rostock leisten damit echte Präventionsarbeit.
Wer darüber hinaus Unterstützung sucht, findet vertrauliche und kostenlose Hilfe in unserer Übersicht der Suchtberatungsstellen in Rostock sowie in ganz Mecklenburg-Vorpommern.
Angaben ohne Gewähr – maßgeblich sind die offiziellen Informationen zum stationären Drug-Checking der Universitätsmedizin Rostock.